Die Geschichte unserer Werkstatt ist die Geschichte einer Familie, die dem Glas treu geblieben ist
Als Josef Bergmann nach dem Krieg seine Werkstatt aufbaute, fand er eine verwüstete Kulturlandschaft vor. Unzählige Kirchenfenster waren zerstört, das Wissen vieler Glasmeister verloren gegangen.
Statt auf schnelle Lösungen zu setzen, begann er systematisch alte Glasmacherbücher zu studieren. Er reiste zu den wenigen verbliebenen Meistern in Flandern und Böhmen. Was er lernte, wurde zum Fundament unserer Methodik.
Matthias Bergmann, aufgewachsen zwischen Glasscherben und Bleiruten, studierte Kunstgeschichte und Materialwissenschaften. Eine ungewöhnliche Kombination für einen Handwerker.
Er verstand: Restaurierung ist keine reine Technik, sondern erfordert tiefes Verständnis der Entstehungszeit. Seine Dissertation über gotische Glasmachertechniken ist heute Standardwerk an Restaurierungsschulen.
Unter seiner Leitung entstand unser Archiv – eine Sammlung von Glasmustern, Werkstattnotizen und fotografischer Dokumentation, die europaweit ihresgleichen sucht.
Acht Meister, zwölf Gesellen, drei Lehrlinge. Jeder mit seiner eigenen Spezialisierung.
Meisterin und Werkstattleiterin. Spezialisiert auf Barockglas und komplexe Bleistrukturen. Dozentin an der Akademie für Denkmalpflege.
Glasfärber und Chemiker. Entwickelt Pigmente nach historischen Rezepturen. Seine Sammlung umfasst über 200 dokumentierte Farbtonvarianten.
Archivarin und Forscherin. Betreut unsere Materialbibliothek und führt Provenienzforschung für komplexe Restaurierungen durch.
Meister für mittelalterliche Techniken. Beherrscht die fast vergessene Kunst der Überfangglas-Bearbeitung mit Kupferrädchen.
Jedes Projekt beginnt mit einer gründlichen Analyse. Wir fotografieren, vermessen, katalogisieren. Erst wenn wir die Geschichte eines Fensters verstehen – wer es wann und warum geschaffen hat – beginnen wir mit der eigentlichen Restaurierung.
In den ersten drei Wochen berühren wir das Objekt kaum. Wir studieren Archivmaterial, konsultieren Historiker, analysieren Glasproben im Labor. Diese Vorbereitung ist der wichtigste Teil unserer Arbeit.
Wir ergänzen, reparieren, stabilisieren – aber wir verändern nie die ursprüngliche Handschrift des Meisters. Auch wenn eine Stelle unvollendet wirkt: Wenn der Schöpfer sie so hinterließ, lassen wir sie so.
Jede Restaurierung wird millimetergenau dokumentiert. Die Akte zu einem Fenster enthält Dutzende Seiten: Fotos vor und nach jedem Arbeitsschritt, Materialanalysen, Entscheidungsbegründungen. Diese Transparenz schulden wir der Nachwelt.
Zweimal im Jahr öffnen wir unsere Türen für Fachbesucher. Restauratoren, Denkmalpfleger und Studenten können unsere Arbeitsweise beobachten und unser Archiv nutzen.
Wir verstehen uns nicht als Hüter von Geheimnissen, sondern als Bewahrer einer Tradition, die weitergegeben werden muss. Was nützt das beste Wissen, wenn es mit uns verschwindet?
Besuchen Sie uns in der Werkstatt oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin für Ihr Projekt.
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